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Rückbau

Rückbau kerntechnischer Anlagen

Themenüberblick – Rückbau kerntechnischer Anlagen in Deutschland

2010 wurde durch eine Modifikation des Atomgesetzes eine Verlängerung der Laufzeiten deutscher Kernkraftwerke um 8 bzw. 14 Betriebsjahre beschlossen. Kurz nach der Reaktorkatastrophe im japanischen Fukushima im März 2011 wurde von der Politik nach einem kurzem Moratorium die endgültige Stilllegung für 8 deutsche Kernkraftwerke beschlossen.

Folgende Kernkraftwerke verloren damit ihre Betriebserlaubnis:

  • KKW Biblis, Block A und B
  • KKW Brunsbüttel
  • KKW Isar, Block 1
  • KKW Krümmel
  • KKW Neckarwestheim, Block 1
  • KKW Philippsburg, Block 1
  • KKW Unterweser
Da diese Kraftwerke 2011 aus dem vollen Leistungsbetrieb heraus abgeschaltet wurden, ist vor dem Start des Rückbaus Zeit (zum Abklingen
der Radioaktivität) und entsprechende Dekontmaßnahmen sinnvoll und aus der Sicht des Strahlenschutzes für das Personal unbedingt erforderlich.

Unabhängig von diesem Ausstieg aus der Atomenergie befanden sich zu diesem Zeitpunkt bereits 4 deutsche Kernkraftwerke im Rückbau:
  • KKW Würgassen
  • KKW Stade
  • KKW Obrigheim
  • KKW Mülheim-Kärlich
Hinzu kommen einige Forschungsreaktoren.

Bei kleineren Kernkraftwerken der 1.Generation ist in Deutschland schon der Rückbau bis zur grünen Wiese erfolgreich durchgeführt worden (u.a. KKW Niederaichbach, VAK Kahl).

Nach vorbereiteten Arbeiten wie dem Abtransport der Brennelemente und der Systemdekontamination, gliedert sich der eigentliche Rückbau (abhängig vom Reaktortyp) z.B. in 5 Phasen:

Phase 1: Abbau der für den Restbetrieb nicht mehr benötigten Anlagen
Phase 2: Abbau der Großkomponenten z.B. der Dampferzeuger
Phase 3: Abbau des Reaktordruckbehälters, der Kerneinbauten…
Phase 4: Abbau der kontaminierten Anlagenteile,
Nachweis der Kontaminationsfreiheit
Entlassung der verbleibenden Strukturen aus
der atomrechtlichen Überwachung
Phase 5: Konventioneller Abbruch der Gebäude
(Zusätzliche Informationen finden Sie z.B. auch unter Wikipedia.)

Die S.E.A. GmbH als spezialisiertes Unternehmen für Strahlungsmesstechnik liefert speziell auf die vielfältigen Aufgaben des nuklearen Rückbaus ausgelegte Messsysteme, z.B.
  • Kontaminationsmonitore zum Freimessen
    großer Wand- und Bodenflächen
  • Freigabemesssysteme zur Innen- und/oder Außenkontaminationskontrolle von Rohren
  • spezielle Detektoren basierend auf Gamma-Messungen
Gerne entwickeln wir gemeinsam mit Ihnen die für Ihre spezielle Aufgabenstellung erforderliche Messtechnik.

Wir machen radioaktive Strahlung messbar.

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Messtechnik zum Rückbau

  • großflächiger Detektor PL 525
  • Detektorlift
  • γ-Kontaminationsmonitor CoMo-300 G
  • Rohrmessanlage (in Vorbereitung)

Großflächiger γ-Detektor PL 525
Detektorlift
γ-Kontaminationsmonitor CoMo-300 G
Rohrmessanlagen
Detektorstativ

Klicken Sie auf die Abbildungen, um auf der rechten Seite weiterführende Informationen zu erhalten.
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Großflächiger γ-Detektor PL 525

Großflächiger γ-Detektor PL 525

Ein wesentlicher Teil der großen Flächen in einem Kernkraftwerk wird über in situ-Gamma-Spektrometrie-Messungen mit einem Reinst-Germanium-Detektor freigemessen. Nicht alle Flächen und Raumbereiche sind mit dieser Methode frei messbar. Daher wurde in Zusammenarbeit mit dem KKW Stade ein Plastikszintillationsdetektor mit
525 cm² konzipiert, der sowohl manuell als auch in Kombination mit Hilfseinrichtungen (Gerüstliftsystem, Detektorlift) eingesetzt werden kann. Das Detektorsystem PL 525 ist für diese Aufgabenstellung qualifiziert worden.
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Detektorlift

Basisversion Detektorlift
Basisversion Detektorlift

maximal bis ca. 4,75 m
maximal bis ca. 4,75 m

mit Deckenmesseinrichtung
mit Deckenmesseinrichtung

Detektor auch seitlich verfahrbar
Detektor auch seitlich verfahrbar

Messelektronik und Bedieneinheit Liftsystem
Messelektronik und Bedieneinheit Liftsystem

Um große Flächen ohne Kraftaufwand für das Personal ausmessen zu können, wurde ein Detektorlift entwickelt, der den Detektor an der Wand/Decke führt. Die Messungen werden im system gespeichert und einem PC-System zur Auswertung übertragen. Der Detektorlift wurde für das im Rückbau befindliche KKW Stade entwickelt und wird dort eingesetzt. Erweiterung mit Möglichkeiten zum automatischen Abscannen von großen Flächen sind
in Vorbereitung.

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Kontaminationsmonitor
CoMo-300 G

γ-Kontaminationsmonitor CoMo-300 G

Die Aufgabenstellung z.B. für einen Kontaminationsmonitor ändert sich beim Rückbau von Kernkraftwerken. Ein Beispiel ist das Freimessen von großen Wand-, Boden- und Deckenflächen. Im Laufe von Jahrzehnten sind z.B. die Wände mehrfach mit Dekontfarbe gestrichen worden. Kontaminationen die mit einer Farbschicht abgedeckt sind, können mit einem ß-messenden Kontaminationsmonitor nicht gemessen werden. Wir bieten nun für diese spezielle Aufgabenstellung den in der Praxis bewährten Kontaminationsmonitor CoMo-300 neben der Basisversion mit einem dünnschichtigen Plastikszintillationsdetektor (α- und ß/γ) nun auch mit einem 20 mm dicken Plastikszintillationsdetektor zur reinen γ-Messung an.
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Rohrmessanlagen

Rohrmessanlage Aufbau

Rohrmessanlage Rohrleitung

Rohrleitungen in denen radioaktive Flüssigkeiten während des aktiven Betriebes eines Kernkraftwerkes über viele Jahre transportiert wurden, müssen vor einer Entsorgung dekontaminiert und nach speziellen Behandlungen anschließend freigemessen werden.
Wir können Ihnen je nach Abfallmenge manuelle oder automatische Messsystem als ß- oder γ-Messsysteme zur Verfügung stellen. Als Detektoren werden zählgasfreie Plastikszintillationsdetektoren eingesetzt. Rohrdetektoren mit unterschiedlichen Durchmessern stehen zur Auswahl.
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Detektorstativ

Detektorstativ

Das Detektorstativ ist eine mechanische Hilfseinrichtung um den γ-Detektor PL525 mit einem Gewicht von ca. 16 kg ohne Kraftaufwand nutzen zu können.

Das Detektorstativ wurde konzipiert um mit dem γ-Detektor Türzargen, Wand- und Deckenbereiche ausmessen zu können. Der Detektorkopf kann um 90° gedreht werden. Der Detektor kann in der Höhe von 160 cm bis max. 4,5 m (mit Zusatzmodulen) variabel eingesetzt werden. Der Fußbereich (4 variabel ausziehbare und schwenkbare Elemente) kann so eingestellt werden, dass das Detektorstativ bis direkt an eine Wandfläche herangefahren werden kann. Die Gesamtkonstruktion ist aus Edelstahl.

Das Detektorstativ wird beim Rückbau des Kernkraftwerks Stade eingesetzt.

Detektorstativ