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Auswirkungen der Reaktorkatastrophe in Fukushima
auf die global vernetzte Wirtschaft

Fukushima – 3 Jahre nach der Katastrophe

Am 11.März 2011 zerstörte ein schweres Seebeben in Verbindung mit einem ausgelösten Tsunami große Bereiche der japanischen Ostküste. In Folge dieser Naturkatastrophe wurden am Kernkraftwerksstandort Fukushima-Dai-ichi 4 der 6 betriebenen Kernkraftwerksblöcke schwer beschädigt bzw. weitgehend zerstört. Große Mengen radioaktiven Materials wurden freigesetzt, sowohl über die Luft als auch ins Meerwasser. Als direkte Folge der Reaktorkatastrophe musste in einem Umkreis von ca. 30 km um den Kraftwerksstandort die Bevölkerung evakuiert werden. Es wurde eine Sperrzone errichtet.


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3 Jahre nach der Katastrophe ist Fukushima aus der Tagespresse weitgehend verschwunden.

Es ist schwierig – speziell für Laien – einen objektiven Überblick über die heutige radiologische Situation im Bereich Fukushima oder auch allgemein für Japan zu erhalten. Wir haben versucht – durch Auswertung verschiedener im Internet erhältlicher Informationen – einen verständlichen Überblick zu erarbeiten. Dabei möchten wir uns soweit möglich auf Fakten beziehen und auf politische Kommentare verzichten.


Aus unserer Sicht lässt sich die
radiologische Situation wie folgt zusammenfassen:


Ortsdosisleistung

Die Ortsdosisleistung wird im Wesentlichen durch die am Boden abgelagerten Cs-Nuklide (Cs-134, Cs-137) bestimmt. Vor der Reaktorkatastrophe betrug die Hintergrundstrahlung (terrestrische und kosmische Strahlung) in der Region Fukushima ca. 72 nSv/h (Hinweis: auf unserer Startseite finden Sie den aktuellen Wert der Hintergrundstrahlung an unserem Standort in Dülmen). Im Herbst 2012 – also 1,5 Jahre nach der Katastrophe – betrug in der gleichen Region die Dosisleistung 192 nSv/h, das entspricht einer Erhöhung um 120 nSv/h. Im Vergleich betrug die Erhöhung in Westjapan ca. 70 nSv/h.

Nahrungsmittel

Die Radioaktivität in Nahrungsmitteln wird streng überwacht. In Japan wurden im Sept. 2012 die Grenzwerte weiter gesenkt. Betrachtet man die Präfektur (Bezirk) Fukushima, so beträgt der Mittelwert der Kontamination von Nahrungsmitteln ca. 300 Bq/kg. In den umliegenden Präfekturen lag der Mittelwert bei ca. 180 Bq/kg, in Westjapan bei ca. 70 Bq/kg.
Basisnuklide in den Nahrungsmitteln sind Cs-134 und Cs-137. Diese Nuklide haben unterschiedliche Halbwertszeiten: Cs-134 2 Jahre, Cs-137 30 Jahre (physikalische Halbwertszeit). Durch verschiedene Effekte bei der Freisetzung und Ablagerung der radioaktiven Stoffe (Wetterlagen, geologische Strukturen, …) sind sowohl die Werte der Bodenkontamination als auch die Radioaktivitätswerte in den Nahrungsmitteln zum Teil sehr unterschiedlich. Auch unterscheiden sich verschiedene Nahrungsmitteln sehr stark voneinander. Die vorgenannten Werte sind Orientierungswerte.

Gerade in Japan ist Fisch ein wichtiger Bestandteil der Nahrung. Noch Wochen nach der Katastrophe flossen große Mengen radioaktiv kontaminierten Wassers ins Meer. Auch wenn das Meer mit seinem riesigen Volumen eine intensive Vermischung und Verdünnung garantiert, findet man in Fischen erhöhte Aktivitätsgehalte. In auf dem Meeresboden lebenden Plattfischen findet man um die 300-400 Bq/kg. In Raubfischen noch höhere Werte.

Dekontamination

In vielen Bereichen um den Reaktorstandort Fukushima wurde eine Dekontamination d.h. Reinigung durchgeführt, um den Strahlenpegel zu reduzieren. Die Dekontamination wird zum Teil auch durch Abtragung des kontaminierten Bodens durchgeführt. Das führt dazu, dass überall große Plastikgebinde mit kontaminiertem Material gelagert werden. Ein strahlendes Zwischenlager unter freiem Himmel !

Situation in und an den zerstörten Reaktorblöcken

Die heutige Situation an den zerstörten Reaktorblöcken und in den Brennelementlagerbereichen kann von uns nicht beurteilt werden. Wir vermuten, dass eine objektive Beurteilung der strahlenschutztechnischen Situation für Bereiche in denen es zur Kernschmelze gekommen ist, auch mittelfristig nicht möglich sein wird.

Es wird auch in der Zukunft im Umfeld von Fukushima Bereiche geben, die nicht wieder besiedelt werden können. Viele Einwohner der Präfektur Fukushima haben ihre Heimat verloren. Die Reaktorkatastrophe von Fukushima wird uns, wie die Reaktorkatastrophe von Tschernobyl, noch viele Jahrzehnte belasten.

Als Hersteller von Strahlungsmessgeräten haben wir speziell in den ersten Monaten nach der Reaktorkatastrophe eine Vielzahl von Messgeräten (CoMo-170 Kontaminationsmonitor, ANNA und EL 25 als Lebensmittelmessplätze) nach Japan geliefert. Wir haben damit vor Ort sowohl amtlichen Institutionen, Fischereikooperationen, Industriefirmen und Privatpersonen die Möglichkeit zur Durchführung eigener unabhängiger Messungen gegeben. Unsere japanischen Partner haben uns intensiv dabei unterstützt. Vielen Dank.

Wir möchten mit dieser kurzen Zusammenfassung einen kleinen Überblick geben. In der Tagespresse findet man 3 Jahre nach der Katastrophe nur einzelne Schlagzeilen. Das Internet bietet Ihnen eine Vielzahl von Informationen.


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Reaktorkatastrophe in Fukushima    
Informationsbroschüre
Flyer Anna   CoMo Prospekt
ANNA
EL 25